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In Amsterdam haben Forscher um Jack Dekker eine Pilot-Studie mit 103 depressiven Patienten durchgeführt. Es sollte untersucht werden, ob man erst Psychotherapie einsetzen sollte und dann Tabletten oder umgekehrt -> What Is the Best Sequential Treatment Strategy in the Treatment of Depression? Adding Pharmacotherapy to Psychotherapy or Vice Versa? Psychother Psychosom 2013;82:89–98 (DOI: 10.1159/000341177)

Dabei zeigte sich, dass die Patienten, die zunächst eine Psychotherapie erhielten, stärker profitierten als diejenigen, die anfangs Medikamente erhielten.

Dies deckt sich mit meinen Erfahrungen bei Depressions- oder Burnout-Patienten. Wenn eine gute therapeutische Beziehung aufgebaut werden kann, die von Offenheit und Vertrauen geprägt ist, können erste Erfolge in der Therapie ohne Medikamente verbucht werden. Der Patient kann die positiven Veränderungen "ungefiltert" erleben und seinem neuen Denken, Fühlen und Handeln zuordnen. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst m.E. auf diese Weise stärker. Bei starken Depressionen oder im Falle einer ungenügenden Verbesserung im Verlauf der Therapie können dann Antidepressiva unterstützend eingesetzt werden.

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